Der Streik vom 23. März bei FCA-FIAT in Italien

Korrespondenz aus Italien 15.4.18 - FCA (Fiat Chrysler) hat für die meisten italienischen Werke in den nächsten Monaten Wochen von Betriebsstilllegungen angekündigt, einschließlich für die Beschäftigten in den Büros. Dies weil seine Marktanteile in Europa in den letzten Monaten geschrumpft sind. Und es ist klar, dass sie planen mit den nächsten neuen Modellen mehr Produktion in Niedriglohnländer zu verschieben.

 

Die Beschäftigungszahlen bei FIAT in Italien wurden von 350.000 in den 1970-er Jahren auf 44.000 im Jahr 2003 reduziert. Und es gibt noch ungefähr 24.000 Produktionsarbeiter in sechs Fabriken im Jahr 2016.

Unter dem Vorstandsvorsitzenden (CEO) Sergio Marchionne (genauso wie unter seinem Vorgänger Romiti) hat FIAT eine antigewerkschaftliche (union-busting) Politik verfolgt, zuerst mit 23.000 Entlassungen 1980. Dann Zerschlagung der meisten kämpferischen Gewerkschaften, welche beim früheren Alfa Romeo Werk Arese (Mailand) und Pomigliano (Neapel) stark waren. Das erst genannte wurde geschlossen und beim letzteren wurden hunderte von Gewerkschaftsaktivisten in ein weit entferntes Materiallager versetzt. Während dessen wurde die noch laufende Produktion angetrieben und eine Klima der Angst erzeugt. Die Spaltungen zwischen den kämpferischen Gewerkschaften trugen dazu, bei die Fähigkeit zu schwächen, sich weiter der Offensive des Kapitals zu widersetzen.

Vor kurzem haben eine Gruppe von gewerkschaftlichen Vertrauensleuten aus verschiedenen Werken (Termoli, Melfi and Pomigliano) mit Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Gewerkschaften eine gemeinsame “selbst-organisierte” Zusammenarbeit (Koordinations-Komitee) gebildet, welche den Auftrag übernahm gegen die Entlassungen zu kämpfen und Zukunftgarantien zu erhalten. Und sie haben zu einem Streiktag am 23. März 2018 aufgerufen. Der Streik wurde von SI Cobas (Basis-Gewerkschaft) bei der Fabrik in Pomigliano mit hunderten starken Streikposten unterstützt, bestehend aus örtlichen Unterstützern und von ihr in der Lagerlogistik gewerkschaftlich organisierten Arbeitern. Um die Angst zu überwinden und draußen zu bleiben, waren für die FCA-Arbeiter die Streikposten nötig. Bei der Fabrik in Pomigliano wurden Arbeiter von Managern gemaßregelt, weil sie ein Flugblatt nahmen oder anhielten, um mit den Flugblattverteilern am Tor zu sprechen.

Der Streikposten begann um 5 Uhr morgens und verschob sich einige Stunden später nach einem massiven Polizeiaufgebot auf eine Zufahrtsstraße. Das ermöglichte mit Hunderten von Arbeitern zu reden. Dutzende reihten sich am Streikposten ein, während andere ebenfalls das Werk nicht betraten. Das sogar als sie dazu aufgerufen wurden, nachdem die Polizei das Tor frei gemacht hatte. Andere gingen später ins Werk, nachdem ihre Vorarbeiter gerufen hatten mit der Versprechung, sie würden für den ganzen Tag voll bezahlt.

Obwohl es sogar noch eine Minderheit an streikenden Arbeitern war, auch an den Werken in Melfi and Termoli, zeichnet der 23. März hoffnungsvoll nach Jahren den Beginn der Wiedererstarkung der Arbeiterbewegung bei den FCA-Werken in Italien. Eine Ausweitung der Basis des Koordinationskomitees auf andere Betriebe und Gewerkschaften würde helfen dies weiter auf die Füße zu stellen.