Italien: Streiktag bei Fiat-FAC

Am 23. März mobilisierte eine neue "Koordination von selbstorganisierten FIAT-FCA Arbeitern - COA) mit einem Streikaufruf zu einem Aktionstag in allen FCA-Werken in Italien (Termoli, Melfi, Pomigliano).

 

Die Hauptkundgebung, welche hauptsächlich von der SI Cobas aber auch von Arbeitern anderer Gewerkschaften, wie aus der FIOM, getragen wird, fand mit ca. 300 Beteiligten (davon ca. 150 von SI Cobas aus dem Logistikbereich aus ganz Italien) vor dem Tor in Pomigliano statt. Roberto von SI Cobas berichtet, dass sich doppelt so viele wie an sonstigen gewerkschaftlich organisierten Streiks beteiligt haben. Viele Kollegen unterstützten den Streik, blieben aber daheim oder gingen nach Haus, als sie die Streikposten sahen. Der FCA-Vorstand versuchte die Beteiligung am Streik gegenüber der Presse klein zu reden und versuchte am Streiktag vergeblich die Kollegen für die Arbeitsaufnahme zu gewinnen. (Wieviel dann tatsächlich gearbeitet haben, geht aus dem Berichtr von SI Cobas nicht hervor.)

Anlass für den Streik- und Aktionstag ist die Verteidung der Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen. Sergio Marchionne hat für 2018 wieder volle Beschäftigung versprochen. In mehreren Werken fiel aber aktuell die Produktion wegen mangelnder Auslastung vor oder nach Ostern für mehrere Tage aus. Befürchtet wird, dass vor dem Hintergrund der Unterauslastung der Werke und Plänen zur Verlagerung der Massenmodelle nach Polen und Serbien, das angekündigte Restrukturierungsprogramm zu einem massiven Abbau von Arbeitsplätzen führen wird. Von heute ca. 37.000 Beschäftigten seien dann 8.000 überzählig. Das hätte hauptsächlich Auswirkungen auf die italienischen Produktionswerke, wenn zudem dann nur noch die Luxusmodelle in Italien produziert würden.