OPEL Eisenach: Pausenversammlung gegen Angriff auf Lohn

Zwei Tage nach der Demonstration und Kundgebung von 1.400 Beschäftigten der deutschen Opel-Werke am 24.4.2018 in Eisenach provozierte die Geschäftsleitung die Kolleginnen und Kollegen mit einer neuen dreisten Ankündigung: Sie ließ mitteilen, dass die übertariflichen Zulagen ab sofort nur noch unter Vorbehalt gezahlt würden mit dem Ziel, diese Zulagen rückwirkend gegen die tarifliche Lohnerhöhung anzurechnen.

Daraufhin versammelten sich am nächsten Morgen 30 Kolleginnen und Kollegen der Frühschicht um den Werkleiter zur Rede zu stellen. Die Stimmung war angriffslustig. Herr Andreu hatte aber offenbar nicht den Mut, den „lieben Mitarbeitern“ vor die Augen zu treten. So beschlossen die Teilnehmer einstimmig eine Protesterklärung und diskutierten, wie der Kampf weiter geführt werden muss. Ein Kollege meinte, dass der Antikommunismus noch viele Leute davon abhält, zu solchen Versammlungen zu kommen. Es ist auch noch immer verbreitet, dass Kollegen meinen, der Betriebsrat müsste, oder die Gewerkschaft müsste etwas machen, statt selbst Verantwortung zu übernehmen. Das muss intensiv in den Teams diskutiert werden, denn es ist unausweichlich, dass ein harter Kampf um jeden Arbeitsplatz, um jedes Werk, um die Zulieferbetriebe, um die Zukunft der Jugend in der Region geführt werden muss.

Fritz Hofmann vom Betriebsrat rief abschließend noch auf, am 1. Mai für einen starken Block der Opelaner zu sorgen.

 

Hier die beschlossene Erklärung:

 

An die Werkleitung Opel Eisenach

An die Öffentlichkeit

 

Hände weg von unserem Lohn!

 

Wir, 30 Teilnehmer der Pausenversammlung bei Opel Eisenach am 27. April 2018 in der Frühschicht protestieren gegen die Ankündigung der Geschäftsleitung, unsere Opel-Zulage nur unter Vorbehalt zu zahlen um sie rückwirkend abziehen zu können.

 

Bei unserer großen Versammlung diese Woche vor dem Tor haben wir mit den Vertretern aller Standorte bekräftigt, dass wir auf keinen Cent von unserem Lohn verzichten.

 

Zwei Tage danach erklärt die Geschäftsleitung, dass sie dann eben in allen deutschen Werken zwangsweise den Lohn kürzen will.

 

Nicht mit uns: Glauben Sie bloß nicht, dass wir Lohnkürzungen irgendeiner Art kampflos hinnehmen werden.

 

Wir zahlen doch nicht für die eigene Beerdigung!

 

Wir warnen die Geschäftsleitung davor, uns weiter zu provozieren.

 

Nebenbei ist dieses Vorhaben illegal, es verstößt gegen eine Betriebsvereinbarung.

 

Wenn Sie die Kraftprobe wollen, bekommen Sie es mit der ganzen Konzernbelegschaft sowie mit den Belegschaften der Zulieferbetriebe zu tun.

 

Wir sind steigerungsfähig.

 

Gesamte Protesterklärung als pdf