Großartiger Kampferfolg: Alle Ssangyong-Arbeiter in Pyeontaek (Südkorea) werden wieder eingestellt!

Auch die letzten 119 der 2009 entlassenen Arbeiter müssen durch Ssangyong Motors bis Juli 2019 wieder eingestellt werden. So ein Verhandlungsergebnis zwischen der Gewerkschaft KMWU und dem Ssangyong-Management vom September 2018. Ssangyong erhält von der Regierung Unterstützung für die Wiedereingliederung der entlassenen Arbeiter.

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2009 haben die Ssangyong-Arbeiter und ihre Familien erbittert 77 Tage gegen die geplante Entlassung von 3.000 Arbeitern gestreikt. Mit einem brutalen Polizeiüberfall u.a. mit Hubschraubern und elektrischen Tasern wurde die Werkbesetzung durch eine Spezialeinheit beendet
(https://www.youtube.com/watch?v=F025_4hRLlU). 100 Gewerkschaftsfunktionäre wurden verhaftet, darunter der Gewerkschaftsführer der SsangYong Motors. Ca. 2000 Kollegen arbeiten heute noch im Werk. Mehrere Hundert Aktivisten wurden entlassen, weil sie sich weigerten, entweder in unbezahlten Urlaub oder freiwilligen Ruhestand zu gehen.
Seitdem kämpften die Arbeiter mit ihrer Gewerkschaft KMWU gegen alle Widerstände für ihre Forderungen: Wiedereinstellung aller Arbeiter, juristische Aufarbeitung und Entschädigung der
betroffenen Familien sowie Hilfe für traumatisierte Arbeiter. Dafür sind sie bis heute organisiert. Sie protestierten täglich am Werkstor des Ssangyong-Werks. Es wurde ein Hilfskomitee für Familien gegründet, weil viele Kollegen und Familienmitglieder durch den Militäreinsatz und den Massen-Psychoterror über Jahre traumatisiert sind. 29 Kollegen und Angehörige sind frühzeitig verstorben, teils durch Suizide oder Herzinfakte. Ein Streikführer war jahrelang im Gefängnis, und nach kurzer Freilassung erneut bis heute verhaftet, mit der Begründung, dass sie weiterhin Proteste organisieren.
Umso bedeutender ist der Erfolg! Von diesem bedeutenden Kampf müssen wir alle für kommende Kämpfe lernen. Ihre Unbeugsamkeit, Standhaftigkeit und Geschlossenheit machte die Ssangyong- Belegschaft im ganzen Land bekannt und überlegen, auch gegen brutalen Polizeieinsatz und jahrelange Kriminalisierung. Die Sympathien breiter Massen sind heute auf ihrer Seite, trotz Medienhetze des Ssangyong-Konzerns. Hierzu hat auch die internationale Solidarität beigetragen.
Ein Vertreter der Ssangyong-Belegschaft hat 2012 auf dem 7. Automobilarbeiterratschlag aus erster Hand über den Kampf, die Werksbesetzung und die Kriminalisierung durch Konzernvorstände und Regierung berichtet.
Wir fordern die Erfüllung aller Forderungen der Ssangyong-Arbeiter. In der Vorbereitung der 2. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz 2020 in Südafrika werden wir diesen bedeutenden Kampf weltweit bekannt machen und rufen zu Solidaritätsbotschaften und Grüßen an die Korean
Metal Workers Union auf. mailto: kmwusouthkorea@gmail.com and icog@iawc.info
Carlos Luiz Prates Mancha (Brazil), Diego Rejon Bayo (Spain), Joern Kleffel (Germany) -

 Coordinators of ICOG

mailto: icog@iawc.info